Franz Josef Degenhardt — Jetzt, wo die Enkel um einen spielen song lyrics and translation

The page contains the lyrics and English translation of the song "Jetzt, wo die Enkel um einen spielen" by Franz Josef Degenhardt.

Lyrics

Jetzt, wo die Enkel um einen spielen,
kichernd meine Lieder zersingen,
Tänze tanzen, die ich nicht mehr tanze,
sitze ich unter den Pflaumenbäumen,
und ich warte auf andere Zeiten.
Die kommen ja nicht?, rufen die Enkel,
rappen ihre Abzählreime:
Heute war gestern und morgen auch.
Und in dem Bienengesumme und Blühen,
die Mittagsmaschine aus London darüber,
suche ich zwischen den Zeilen der Zeitung
Anagramme und Codes der Kumpane.
Ihr Nachhut-Tschekisten, Frontmen des Zeitgeists,
gibt es euch noch? Wo kann man euch finden?
Getarnt in Kostümen neuer Akteure?
Oder seid ihr längst ins Jenseits getanzt?
Was bin ich gefahren in diesem Jahr schon,
gezogen durch Städte! Ist wenig geblieben.
Das Paar aber nach der Liebe
morgens Paris oder war es in Hongkong?
Der feine Triumph um die Lippen der Dame,
die ihn zum Stöhnen gebracht hat und Schreien
und dann zu Sätzen, die er nun nicht mehr
so leicht und einfach zurücknehmen kann.
Ach ja, wie wenig hat sich geändert.
Mehr aber, die auf denStraßen hausen;
voller aber die Tempel von heute;
leerer aber die Tempel von gestern;
müder aber die alten Männer;
geiler aber die jungen Frauen;
schneller aber die dröhnenden Trommeln;
schärfer aber das Raubtier-Parfum.
Ach ja, wie wenig sich doch ändert,
zieht man nur lange genug durch die Städte,
sitzt man nur lange genug unter Bäumen,
sieht, wie die Enkelinnen auf Schaukeln
rein in das Blühen und Bienengesumme,
raus und rein und weiter fliegen,
die Abendmaschine nach London darüber.
Halb schon schlafend wink? ich ihr zu.
Jetzt wo die Enkel einen umspielen,
kichernd meine Lieder zersingen,
schlafe ich sicher ruhiger ein.

Lyrics translation

Now that the grandchildren are playing for one,
giggling my songs sing,
Dancing dances I don't dance anymore,
I sit under the plum trees,
and I wait for other times.
They're not coming? call the grandchildren,
rap your rhymes:
Today was yesterday and tomorrow too.
And in the bee buzz and Bloom,
the lunch machine from London,
I search between the lines of the newspaper
Anagrams and Codes of the cronies.
Your rearguard-Chekists, Frontmen of the zeitgeist,
do you still exist? Where can you be found?
Disguised in costumes of new actors?
Or have you long since danced into the Beyond?
What Have I been driving this year,
drawn through cities! Little remained.
The couple but after Love
Paris in the morning or was it in Hong Kong?
The fine Triumph around the lips of the lady,
who made him moan and scream
and then to sentences that he no longer
so easy and easy to take back.
Oh yes, how little has changed.
But more who live on the roads;
full but the temples of today;
emptier but the temples of yesterday;
tired but the old men;
horny but the young women;
faster but the roaring drums;
sharper but the Predator-perfume.
Oh yes, how little changes,
only long enough to travel through the cities,
just sit under trees long enough,
looks like the granddaughters on the swings
pure in flowering and bee buzz,
out and in and on,
the evening machine to London over it.
Half asleep waving? I her too.
Now that the grandchildren are playing around,
giggling my songs sing,
I certainly fall asleep calmer.