Ramón Vinay — Tannhäuser, Act III: Inbrunst im Herzen song lyrics and translation

The page contains the lyrics and English translation of the song "Tannhäuser, Act III: Inbrunst im Herzen" by Ramón Vinay.

Lyrics

Tannhäuser
Hör an, Wolfram, hör an!
Inbrunst im Herzen, wie kein Büsser noch
Sie je gefühlt, sucht' ich den Weg nach Rom
Ein Engel hatte, ach! der Sünde Stolz
Dem Ubermütigen entwunden;
Für ihn wollt’ich in Demut büssen
Das Heil erflehn, das mir verneint
Um ihm die Träne zu versüssen
Die er mir Sünder einst geweint!
Wie neben mir der schwerstbedrückte Pilger
Die Strasse wallt', erschien mir allzuleicht
Betrat sein Fuss den weichen Grund der Wiesen
Der nackten Sohle sucht’ich Dorn und Stein;
Liess Labung er am Quell den Mund geniessen
Sog' ich der Sonne heisses Glühen ein;
Wenn fromm zu Himmel er Gebete schickte
Vergoss mein Blut ich zu des Höchsten Preis;
Als im Hospiz der Müde sich erquickte
Die Glieder bettet' ich in Schnee und Eis
Verschloss’nen Aug’s, ihr Wunder nicht zu schauen
Durchzog ich blind Italiens holde Auen
Ich tat’s--denn in Zerknirschung wollt' ich büssen
Um meines Engels Tränen zu versüssen!
Nach Rom gelangt' ich so zur heil’gen Stelle
Lag betend auf des Heiligtumes Schwelle
Der Tag brach an; da läuteten die Glocken
Hernieder tönten himmlische Gesänge;
Da jauchzt' es auf in brünstigem Frohlocken
Denn Gnad und Heil verhiessen sie der Menge
Da sah ich ihn, durch den sich Gott verkündigt,--
Vor ihm all Volk im Staub sich niederliess
Und Tausenden er Gnade gab, entsündigt
Er Tausende sich froh erheben hiess
Da naht auch ich,--das Haupt gebeugt zur Erde
Klagt' ich mich an mit jammernder Gebärde
Der bösen Lust, die meine Sinn' empfanden
Des Sehnens, das kein Büssen noch gekühlt;
Und um Erlösung aus den heissen Banden
Rief ich ihn an, von wildem Schmerz durchwühlt
Und er, den so ich bat, hub an:
«Hast du so böse Lust geteilt
Dich an der Hö1le Glut entflammt
Hast du im Venusberg geweilt
So bist nun ewig du verdammt!
Wie dieser Stab in meiner Hand
Nie mehr sich schmückt mit frischem Grün
Kann aus der Hö1le heissen Brand
Erlösung nimmer dir erblühn!»
Da sank ich in Vernichtung dumpf darnieder;
Die Sinne schwanden mir
Als ich erwacht', auf ödem Platze lagerte die Nacht
Von fern her tönten frohe Gnadenlieder:
Da ekelte mich der holde Sang!
Von der Verheissung lügnerischem Klang
Der eiseskalt mir durch die Seele schnitt
Trieb Grausen mich hinweg mit wildem Schritt!
Dahin zog’s mich, wo ich der Wonn' und Lust
So viel genoss, an ihre warme Brust!
(fleht Venus an)
Zu dir, Frau Venus, kehr ich wieder
In deiner Zauber holde Nacht;
Zu deinem Hof steig ich darnieder
Wo nun dein Reiz mir ewig lacht!
Wolfram
Halt ein! Halt ein…
…Unsel'ger!
Tannhäuser
Ach, lass mich…
…nicht vergebens suchen!
Wolfram
Halt ein!
(Tannhäuser achtet Wolframs Einsprüche nicht)
Tannhäuser
Wie leicht fand ich doch einstens dich!
Wolfram
Unsel’ger!
Tannhäuser
Du hörst, dass mir die Menschen fluchen--
Nun, süsse Gottin, leite mich!
(Wolfram schaudert vor Entsetzen, wahrend dampfender Nebel allmählich die
Dunkelhiet durchdringt)
Wolfram
Wahsinniger, wen rufst du an?
(Der Nebel beginnt, wie rosiges Licht zu glühen)
Tannhäuser
Ha! Fühlst du nicht milde Lüfte?
Wolfram
Zu mir! Es ist um dich getan!
Tannhäuser
Und atmest du nicht holde Düfte?
Horst du nicht jubelnde Klänge?
Wolfram
In wildem Schauer bebt die Brust!
Tannhäuser
Das ist der Nymphen tanzende Menge!
Herbei, herbei zu Wonn und Lust!
(Ein aufgeregter Wirbel von tanzenden Gestalten ist schwach zu erkennen)
Wolfram
Weh, böser Zauber tut sich auf!
Die Hö1le naht mit wildem Lauf
Tannhäuser
Entzücken dringt durch meine Sinne
Gewahr ich diesen Dämmerschein;
Dies ist das Zauberreich der Minne
Im Venusberg drangen wir ein!
(Venus erscheint, verführerisch auf ihr Ruhebett gelehnt)
Venus
Willkommen, ungetreuer Mann!
Schlug dich die Welt in Acht und Bann?
Und findest nirgend du Erbarmen
Suchst Liebe du in meinen Armen?
Tannhäuser
Frau Venus, o Erbarmungsreiche!
Zu dir, zu dir, zieht es mich hin!
Wolfram
Zauber der Hö1le weiche, weiche!
Berücke nicht des Reinen Sinn!
Venus
Nahst du dich wieder meiner Schwelle
Sei dir dein Übermut verziehn;
Ewig fliesse dir der Freuden Quelle
Und nimmer sollst du von mir…
…'fliehn!
Tannhäuser
Mein Heil,…
…mein Heil hab ich verloren,…
Wolfram
Allmächt'ger! Steh…
Tannhäuser
…nun sei der Hölle
Wolfram
…dem Frommen bei!
Tannhäuser
…Lust erkoren!
Wolfram
Heinrich!
Venus
0, komm!
Wolfram
Ein Wort,…
Venus
0, komm!
Wolfram
…es macht…
Venus
Auf ewig…
Wolfram
…dich frei!
Tannhäuser
Lass ab!
Venus
… sei nun mein!
Wolfram
Dein Heil!
Tannhäuser
Lass ab von mir!
Wolfram
Noch soll das Heil dir Sünder werden!
Venus
0, komm!
Tannhäuser
Nie Wolfram! Nie. Ich muss dahin!
Wolfram
Ein Engel bat für dich auf…
…Erden, bald…
Venus
Komm, o, komm!
Tannhäuser
Lass mich!
Wolfram
…schwebt er segnend über dir:…
Venus
Zu mir! zu mir!
Wolfram
…Elisabeth!
Tannhäuser
Elisabeth!
(Die Nebel verdichten sich, und der Schein sich nähender Fackeln dringt durch)
Ensemble
Sänger, Ritter, Edelleute
Der Seele Heil, die nun entflohn…
…dem Leib der frommen Dulderin!
Wolfram
Dein Engel fleht dür dich
An Gottes Thron, er wird erhört:…
…Heinrich, du bist erlöst!
Venus
Weh! mir verloren!
(Venus mit all ihren Geschöpfen verschwindet. Der Tag bricht an;
ein Leichenzug verlässt die Wartburg und nähert sich)
Sänger, Ritter, Edelleute
Ihr ward der Engel sel’ger Lohn
Himmlischer Freuden Hochgewinn!
Wolfram
(zu Tannhauser)
Und hörst du den Gesang?
Tannhäuser
Ich höre!
(Der Leichenzug erreicht nun die offene Bühne. Die Begleiter sind die älteren
der Pilger, dann die Bardenritter, die Elisabeths Leiche auf der Bahre tragen,
dann der Landgraf, dessen Ritter und Edelmänner)
Sänger, Ritter, Edelleute
Heilig die Reine, die nun vereint
Göttlicher Schar vor dem Ewigen steht!
Selig der Sünder, dem sie geweint
Dem sie des Himmels Heil erfleht!
(Wolfram führt Tannhäuser an die Bahre, auf der Elisabeths Leiche liegt.
Er sinkt langsam zu Boden)
Tannhäuser
Heilige Elisabeth, bitte für mich!
(Er tut seine letzten Atenzüge)
(Die jüngeren Pilger kommen hervor und tragen einen Stab, der mit frischen,
grünen Blättern bedeckt ist)
Jüngere Pilger
Heil! Heil! Der Gnade Wunder Heil!
Erlösung ward der Welt zuteil
Es tat in nächtlich heil’ger Stund'
Der Herr sich durch ein Wunder kund
Den dürren Stab in Priesters Hand
Hat er geschmückt mit frischem Grün:
Dem Sünder in der Hö1le Brand
Soll so Erlösung neu erblühn!
Ruft ihm es zu durch alle Land'
Der durch dies Wunder Gnade fand!
Hoch über aller Welt ist Gott
Und sein Erbarmen ist kein Spott!
Alle
Der Gnade Heil ward dem Büsser beschieden
Nun geht er ein in der Seligen Frieden!
Jüngere Pilger
Halleluja! Halleluja!

Lyrics translation

Tannhäuser
Listen, Wolfram, listen!
Fervor in the heart, like no penitent nor
You ever felt I was looking for the way to Rome
An angel had, alas! the pride of sin
Escaped from the arrogant;
For him I want to pay in humility
Imploring salvation that denies me
To sweeten his tear
Who he once wept me Sinner!
Like next to me the most depressed Pilgrim
The street wallt', seemed to me all too easy
His foot entered the soft ground of the Meadows
The bare sole I seek Thorn and stone;
Let him enjoy his mouth at the spring
I draw the sun's hot glow;
When pious to heaven he sent prayers
Shed my blood I at the highest price;
When in the hospice the tired refreshed himself
The limbs I bed in snow and ice
Closed ' Nen eye's not to see her miracle
I walked blindly through Italy's fair Meadows
I did--for in contrition I would atone
To sweeten my angel's tears!
To Rome I reach the place of salvation
Lay praying on the threshold of the sanctuary
The day dawned; then the bells rang
Down sounded heavenly songs;
There it is whoops' on in brünstigem Rejoice
For Grace and salvation do they forsake to the multitude,
Then I saw him through whom God proclaims himself,--
Before him all the people settled down in the dust
And he gave Mercy to thousands,
He called thousands to rise joyfully
Then I too draw near, -- the head bowed to the Earth
I accuse myself with wailing gestures
Of the evil Lust that my senses felt
Longing that no atoning nor cooled;
And for redemption from the hot bonds
I called him, wracked with wild pain
And he, whom so I asked,:
"Have you shared such evil Lust
You kindled at the Hö1le gluten
Did you stay in the Venusberg
So you are damned forever!
Like this staff in my Hand
Never more adorns itself with fresh green
Can from the Hö1le fire hot
Salvation never flourish for you!»
Then I sank down in destruction;
The senses vanished
When I awoke', on edema burst camped the night
From afar sounded happy songs of grace:
Since disgusted me the fair Sang!
From the promise of a false sound
The ice cold cut through my soul
Drove me away with wild stride!
Thither I was drawn, where I found pleasure and pleasure.
So much enjoyed, to her warm chest!
(begs Venus)
To you, Madam Venus, I return
In your magic fair night;
To your court I descend
Where now your charm laughs to me forever!
Tungsten
Stop! Hold on…
... Unsel'ger!
Tannhäuser
Oh, let me…
... do not search in vain!
Tungsten
Stop!
(Tannhäuser does not respect Wolfram's objections)
Tannhäuser
How easily I once found you!
Tungsten
Unsel'ger!
Tannhäuser
You hear people swearing at me--
Now, sweet goddess, guide me!
(Wolfram shudders with horror, while steaming mist gradually
Darkness penetrates)
Tungsten
Maniac, who do you call?
(The Mist begins to glow like rosy light)
Tannhäuser
Ha! Don't you feel mild airs?
Tungsten
To me! It's done for you!
Tannhäuser
And do you not breathe sweet scents?
Don't you hear cheering sounds?
Tungsten
In wild shiver the chest quakes!
Tannhäuser
This is the nymphs dancing crowd!
Come, come to joy and pleasure!
(An excited whirl of dancing figures is faintly discernible)
Tungsten
Woe, evil spell opens!
The Hö1le seam with wild running
Tannhäuser
Rapture penetrates my senses
Do I see this twilight;
This is the Magic Kingdom of the Minne
In the Venusberg, we invaded!
(Venus appears, seductively leaning on her reclining bed)
Venus
Welcome, unfaithful man!
Did the World Strike you and banish you?
And nowhere do you find mercy
Are you looking for love in my arms?
Tannhäuser
Madam Venus, O merciful one!
To you, to you, it draws me!
Tungsten
The magic of the Hö1le soft, soft!
Do not consider the pure sense!
Venus
Do you approach my threshold again
Be forgiven for your arrogance;
Eternally flow you the joys source
And you shall never depart from me…
...'flee!
Tannhäuser
My Salvation,…
...I have lost my salvation,…
Tungsten
Almighty! Get up…
Tannhäuser
... now be hell
Tungsten
... to the pious!
Tannhäuser
... Pleasure chosen!
Tungsten
Heinrich!
Venus
0, come on!
Tungsten
word,…
Venus
0, come on!
Tungsten
...it makes…
Venus
Forever…
Tungsten
...you-free!
Tannhäuser
Let go!
Venus
... be mine now!
Tungsten
Your Salvation!
Tannhäuser
Let go of me!
Tungsten
Nor shall Salvation become a sinner for you!
Venus
0, come on!
Tannhäuser
Never Tungsten! Never. I have to go!
Tungsten
An angel asked for you…
... Earth, soon…
Venus
Come, O, Come!
Tannhäuser
Let me!
Tungsten
... he hovers over you in blessing:…
Venus
To me! to me!
Tungsten
... Elisabeth!
Tannhäuser
Elizabeth!
(The mists thicken, and the glow of approaching torches penetrates)
Ensemble
Singers, Knights, Noblemen
Salvation to the soul that now fled…
...the body of the pious Martyr!
Tungsten
Your angel begs you
On God's throne, he will be heard:…
... Heinrich, you are redeemed!
Venus
Woe! lost to me!
(Venus with all her creatures disappears. The day dawns;
a funeral procession leaves the Wartburg and approaches)
Singers, Knights, Noblemen
You were the angel's reward
Heavenly Joys High Gain!
Tungsten
(to Tannhauser)
And do you hear the singing?
Tannhäuser
I hear!
(The funeral procession now reaches the open stage. The companions are the older ones
the pilgrim, then the Knights of the Bard carrying Elizabeth's corpse on the stretcher,
then the Landgrave, his knights and nobles)
Singers, Knights, Noblemen
Holy the Pure, who now unites
Divine host standing before the eternal!
Blessed the sinner to whom she wept
To whom she prays the salvation of heaven!
(Wolfram leads Tannhäuser to the stretcher on which Elizabeth's body lies.
He slowly sinks to the ground)
Tannhäuser
Saint Elizabeth, pray for me!
(He does his last breaths)
(The younger pilgrims come forth carrying a staff that is filled with fresh,
green leaves is covered )
Younger Pilgrims
Hail! Hail! The Grace Miracles Salvation!
Salvation was given to the world
It did in nightly healing 'hour'
The Lord reveals himself by a miracle
The dry staff in priest's Hand
Has he adorned with fresh green:
The sinner in the Hö1le Brand
Redemption shall blossom thus afresh!
Call it to him through all the Land'
Who by this miracle found grace!
High above all the world is God
And his mercy is no mockery!
Everybody
The grace of salvation was granted to the penitent
Now he enters into the blessed peace!
Younger Pilgrims
Hallelujah! Hallelujah!