Oberer Totpunkt — Sie sind Da song lyrics and translation

The page contains the lyrics and English translation of the song "Sie sind Da" by Oberer Totpunkt.

Lyrics

Zunächst hält man ihr Sprechen für ein monotones Wispern, ein
Hintergrundgeräusch, das einlullt. Aber wenn man ganz genau hinhört, ganz genau,
dann versteht man sie. Und wenn man sich dann noch stärker konzentriert,
dann erkennt man, dass sie Wohnungen, Straßen, Geschäfte haben — genau wie wir.
Nur viel kleiner.
Mikroskopisch klein.
Sie leben hier bei mir, in meinem Zimmer. Auf dem Fußboden. Seit ich sie
entdeckt habe, wage ich kaum noch, mich zu bewegen. Ich befürchte,
dass ich sie verletzen, ihre Welt beschädigen oder zerstören könnte.
Wer weiß, wie viel davon ich schon zerstört habe, in der Zeit, als ich sie
noch nicht bemerkt hatte, als meine Sinne noch nicht so geschärft waren,
wie sie es heute sind.
Stundenlang kann ich da sitzen und sie beobachten. Wie sie lachen, streiten,
wie sie ihr Leben meistern, manchmal auch versagen und aufgeben.
All das beobachte ich mit einer gewissen Neugier, aber dennoch auf eine
seltsame Art unbeteiligt.
Fast ist es so, als wäre ich ihre Schöpferin, die sich längst aus der
Verantwortung gestohlen hat. Und die sich — wie ein Voyeur — die Zeit damit
vertreibt, zuzusehen, wie die Dinge geschehen.
Manchmal fährt mir ein vermessener Gedanke durch den Kopf: Was, wenn Gott —
indem er die Welt und alles in ihr schuf — damit seine schlimmsten Ängste und
Phantasien materialisiert hat? Was, wenn er — vielleicht auf Anraten seines
Psychiaters — alles, was wir kennen, erschuf, um sich selbst davon zu befreien?
Was, wenn Gott, als geheilt erklärt, längst von dannen gezogen ist?
Tot.
Sie sind da!
Ganz nah.

Lyrics translation

At first, her speaking is thought to be a monotonous whisper, a
Background noise that lulls in. But if you listen very carefully, very carefully,
then you understand them. And if you concentrate even more,
then you realize that they have apartments, streets, shops — just like us.
Only much smaller.
Microscopically small.
They live here with me, in my room. On the floor. Since I have you
having discovered, I hardly dare to move. I'm afraid,
that I could hurt them, damage or destroy their World.
Who knows how much of it I have already destroyed in the time when I
had not noticed when my senses were not yet so sharpened,
as they are today.
For hours I can sit there and watch them. How they laugh, argue,
as they master their lives, sometimes they fail and give up.
All this I observe with a certain curiosity, but nevertheless on a
strange kind of uninvolved.
It is almost as if I were her creator, who has long since
Responsibility has stolen. And who — like a Voyeur-spends the time
drive away to watch things happen.
Sometimes a presumptuous thought goes through my head: What if God —
by creating the world and everything in it-so that his worst fears and
Fantasies has materialized? What if he — perhaps on the advice of his
Psychiatrists-created everything we know to free ourselves from it?
What if God, declared healed, has long since departed from there?
Dead.
They are here!
Very close.